Neophytenbekämpfung

Die unter dem wissenschaftlichen Oberbegriff Neobiota (eingewanderte, invasive Arten) zusammengefassten Tier,- (Neozoen) und Pflanzenarten (Neophyten) bezeichnet Arten, welche nach dem Jahr 1492 (Neu-Entdeckung Amerikas durch Kolumbus) direkt, oder indirekt durch menschliche Aktivitäten bei uns eingeführt wurden.

Bekannte Neozoen sind z.B.: - der Waschbär, der Bisam, der Marderhund, Nil,- und Kanadagans, die chinesische Wollhandkrabbe, der amerikanische Signalkrebs, das nordamerikanische Grauhörnchen.

Bekannte Neophyten sind: das indische(drüsige) Springkraut, die Herkulesstaude auch kaukasischer Riesenbärenklau genannt, Nachtkerzen, persischer Ehrenpreis, kanadische Goldrute, Scheinakazie (Robinie), japanischer Staudenknöterich.

Alle Neobiota haben eines gemeinsam, sie haben eine schnelle und flächige Verbreitung, einen hohen Vermehrungsstatus und kaum natürliche (heimische) Feinde, auch tragen sie latent Krankheitserreger mit sich (z.B. die Krebspest) denen sie selber resistent gegenüber sind, aber bei der heimischen Fauna und Flora erheblichen Bestandsschaden verursachen, da diese praktisch wehrlos gegenüber diesen Einflüssen sind.

Mit den zugewanderten Arten muss sich die heimische Natur arrangieren, da sich diese bereits fest etabliert haben. Die meisten Zuwanderer sind vom Potenzial her mehr oder weniger problematisch anzusehen. Einige Arten jedoch sind gegenüber der heimischen Natur so invasiv verdrängend oder vernichtend und auch teils mit Gefährdungspotential für den Menschen, dass eine wirksame Bekämpfung soweit möglich und sinnvoll erscheint, notwendig ist.

Während der heimische Flusskrebs bereits durch seinen amerikanischen Artverwandten, dem Signalkrebs und Auslöser der Krebspest fast vollständig in den Fluss und Bachläufen verdrängt wurde, besteht bei der Ausbreitung von invasiven Neophyten noch am ehesten durch einfache Mittel eine wirksame Bekämpfung, zumindest an Stellen, wo man diese absolut nicht haben möchte, aus Sicht des NABU verständlicherweise in sensiblen Naturschutzgebieten.

Daher erfolgt mit Unterstützung und Begleitung der zuständigen Landschaftsbehörde/Abteilung Artenschutz im Rheinisch Bergischen Kreis ein Versuchsprogramm, bereits seit 2013 zur wirksamen Bekämpfung der Herkulesstaude(Riesenbärenklau) mit uns im Bergischen Raum in Naturschutzgebieten.

Die NABU – Aktionen werden überwiegend im zeitigen Frühjahr ab Mai bis max. Mitte Juni durchgeführt,- in einzelnen Fällen auch im Spätsommer vor dem Abwerfen der Samen durch die Pflanze.

U.a. haben wir im Bereich des Burscheider Imelsbachtal, im  Hammerbachtal/Leichlingen, dem Murbachtal/Leichlingen und Stellen an der Sengbachtalsperre bereits spürbare Erfolge bei der Befreiung von Flächen von der Herkulesstaude erreichen können, die von ursprünglichen Beständen von > 1000 Pflanzen auf fast bestandsfreie Fläche reduziert werden konnten.

Hier zahlt sich die Nachhaltigkeit der manuell ergriffenen Maßnahmen durch Ausgraben der Pflanzen, Abstechen des Wurzelkegels unterhalb der Bodennabe im jungen Alter bei Austrieb der Pflanze bis 50 cm Höhe im zeitigen Frühjahr aus. Auch bei bereits vollausgewachsenen Pflanzen, welche eine Höhe bis 5 Meter erreichen können, gibt es wirksame, wenn auch dann nicht mehr so leichte und ungefährliche, Möglichkeiten der wirksamen Eindämmung der Art , durch Abschlagen der Samenstände vor der Umwandlung vom grünen, unreifen Zustand in den braunen, dann reifen Zustand, aber vor dem Abfallen der Samen. Die Pflanze hat dann nicht mehr die Kraft, wie es bei dem Abschlagen nur der Blüte noch möglich ist, aus eigener Kraft nochmals Blüte und neue  Samenstände auszubilden. Daher ist das Abschlagen alleine der Blüte vor der Samenbildung überhaupt wirkungslos, da die Pflanze für uns eher unsichtbar eine komplette Not-Blüte in Bodennähe austreibt und diese dann später unbemerkt samen kann.

Die Bekämpfungsmaßnahmen sind bei Beachtung einiger einzuhaltender Vorsichts- und Verhaltensregeln beim Ausgraben,- oder Abschlagen der Pflanze/Samenstände wenn die Pflanze schon hochgewachsen ist, relativ ungefährlich.

Bei den vielen tausend Pflanzen, die wir über die Zeit schon eliminiert haben, hat bislang noch keiner der Aktiven eine Blessur durch Berührung mit Säften etc. der Pflanze erlitten.

Haben wir Ihr Interesse an der etwas exotisch anmutenden NABU-Aktivität geweckt und Sie wollen hier einmal dabei sein. Melden Sie sich und wir nehmen Sie in den entsprechenden E-Mail-Verteiler auf und informieren Sie zeitig  wenn  wieder  Aktionen im Zurückdrängen dieser Art geplant werden.

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